Selbstwirksamkeit

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Das Erleben und Kultivieren von Selbstwirksamkeit ist wichtig für uns Menschen. Behauptet zumindest die heutige Psychologie.

Vielleicht weniger bekannt ist, dass es für uns Menschen zwei Ebenen der Selbstwirksamkeit gibt, zwischen denen wir ganz pragmatisch hin- und her-switchen können, je nachdem, wo eine Handlung gerade besser aufgehoben ist. Wo wir also mehr Wirkung entfalten:

Die Ich-Wirksamkeit und die Wir-Wirksamkeit. Ethik und Politik können ein sehr pragmatisches Verhältnis zueinander einnehmen, ohne den geringsten Widerspruch. Es ist dann eine rein pragmatische Frage, wo wir einen akuten Handlungsbedarf, ein „Problem“ gerade hinschieben. Weil wir DAS DORT besser, wirkungsvoller angehen können.

Ich-Wirksamkeit

Unser Handeln entfaltet sich immer unter gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Und das heißt: Wir können immer erst mal schauen, was wir unter den gegebenen Rahmenbedingungen so alles selber machen können. Damit es uns gut geht. Damit es anderen gut geht.

Dazu gehören dann alle bekannten Praktiken guter Selbstsorge, von denen unsere Gesellschaft ja…

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Individuelle Selbstoptimierung: Von Menschen und Göttern

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Viele Menschen folgen heute dem von Platon angelegten Programm der individuellen Selbstoptimierung. In der Regel, ohne sich dessen bewusst zu sein, ohne den Preis zu kennen und ohne die Alternative zu kennen.

Die platonische „Homoiosis Theo“ (Verähnlichung mit Gott) besteht vor allem in der systematischen Ausblendung zweier Aspekte der Menschlichkeit, „die einfach nicht weggehen wollen“:

1) Der Mensch ist ein bedürftiges Wesen. Er hat Bedürfnisse, die immer wieder kommen. Götter haben keine Bedürfnisse. Die ollen Griechen waren da etwas klarer als wir heute. Ihr klarer Gottesbegriff: Reine Aktivität ohne Passivität („der unbewegte Beweger“) machte es deutlich, dass das ausgegebene Selbstoptimierungsziel auf ewig unerreichbar bleiben würde. – Wer das nochmal klar vor Augen haben will, könnte es nochmal im „Phaidros“ nachlesen. Der Seelenwagenmythos dort bebildert schön das allgemeine Denken über das Göttliche, das am Anfang der abendländischen Weltgeschichte verbreitet war.

2) Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er…

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Ohnmachtsgefühle

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Viele meiner Freunde und Bekannten haben angesichts der politischen Entwicklungen der letzten Monate große Ohnmachtsgefühle. Man weiß nicht: „Was kann ich dagegen machen, dass ein Trump gewählt wird oder dass die AfD im deutschen Wahljahr 2017 deutlich besser abschneidet, als mir lieb ist?“

Viele Reaktionen, die ich bei anderen in diesem Zustand wahrnehme, werden im Modus des politischen Kampfes formuliert. Was nicht überraschend ist, wenn das subjektive Erleben darin besteht: Mir/Uns wird durch Trump, durch die AfD, vielleicht auch durch den Brexit oder durch Erdogan oder durch Putin oder durch Orban etwas weggenommen.

Ich für mein Teil bin mir nicht so sicher, ob uns etwas „weggenommen“ wurde und wird, obwohl es sich selbstverständlich so anfühlt, als ob das so wäre. – Wäre es so, könnte es nur darum gehen, „den alten Zustand wieder herzustellen“, vor Trump z.B., „als die Welt noch in Ordnung war.“ – Aber dann kommt bei mir…

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Deutschlands Absturz: Scholz, Baerbock, Habeck und das neue deutsche Elend

clausstille56

Friedens-Unfähigkeit der Regierung, Realitätsverweigerung, Arroganz, Bürgerferne – und gleichgeschaltete Massenmedien

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Deutschland im Herbst: kurz vor dem Absturz in große Not. Mit Kanzler Scholz voran, dem Bademeister im Schuldensumpf[1], Vergangenheitsbewältiger ohne Cum-Ex-Erinnerung[2] und auch angesichts der Gegenwartsgefahren ziemlich einfallslos. Mit einer Außenministerin Baerbock am Bein, selbsternannte Fachfrau für Völkerrecht, zumindest aber für Lügengeschichten und exzessiven Russenhass, die sich zum Sicherheits-Hochrisiko in Europa entwickelt.[3] Und mit Wirtschaftsminister Habeck geschlagen, einem von jeglicher Sachkenntnis freien Schwadroneur[4], der über „Mondpreise“ für US-Fracking-Gas jammert und bei den Amis „führend dienern“ will[5] (oder so ähnlich).

Bereiten wir uns also auf das winterliche Leben im Mehrfamilien-Wohnschlafzimmer vor und auf die per Fahrraddynamo zu betreibende Elektroheizung. Das bürgerferne Berliner Regime mit Fascho-Odeur, ohne Selbstzweifel und engagiert in kriegerischer Wumms-Politik, setzt längst die Nachrichtensendungen von ARD, Deutschlandradio und ZDF als erfolgreiche Verbal-Artillerie ein.[6] Ihr allabendliches…

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Die Wahrheit der menschlichen Seele

Bei Castaneda: (zitiert aus dem Gedächtnis) Die einzige Art, richtig zu denken ist nicht denken.

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Oder: Ein gewagter Versuch, Philosophie und Psychologie gleich zu setzen. Also: Die Liebe zum Wissen und die Liebe zur menschlichen Seele als identisch zu begreifen.

Wir sind formbare Wesen, antizipierende Wesen, sich-mit-Blick-auf-die-Umstände-formende Wesen.

Wie kann es da für uns „Wahrheit“ geben?

Auch: Wie kann es für uns Wahrheit geben, da alles durch unsere willkürlichen psychischen Filter geht: Alles, was uns „Welt“ ist, alles, was uns „Wahrnehmung“ ist, alles, was uns „Erkenntnis“ und „Denken“ und „Wahrheit“ ist?

Wenn wir annehmen, sehr veränderlich zu sein, so scheint die ganze Welt schwankend zu werden. Nicht von ungefähr haben daher seit jeher alle „richtigen“ Philosophen von Platon bis Husserl versucht, den Psychologismen einen entschiedenden Riegel vorzuschieben. Also dem, was man den „Homo mensura“-Satz nennt: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, das sie sind, der nicht Nicht-Seienden, dass sie nicht sind.“

Zu groß schien die Gefahr, dass sonst hinter all den psychischen…

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Politik: Gute Berührungen, schlechte Berührungen

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Es ist ewig her, dass ich versucht habe, Elias Canettis Buch „Masse und Macht“ zu lesen. Ich habe es nicht geschafft. Irgendetwas „hat mich aus dem Buch geworfen“. – Gestern hatte ich dann eine überraschende Wiederbegegnung: Aus einer Assoziation heraus landete ich auf der deutschen Wikipedia-Seite, die „Masse und Macht“ darstellt und behandelt.

Dort fand ich dann den Grund (so rede ich mir ein), warum ich mit Canettis Interpretation der Entstehung von totalitären Regimen nichts anfangen konnte und kann. Denn ich teile mit Canetti zwar die Problemdiagnose, doch er macht eine fatale anthropologische Zusatzannahme zur Basis seines ganzen Buchs, seiner ganzen These, seiner ganzen Erklärung von Fehlentwicklungen in der Politik. – Zum besseren Verständnis zitiere ich mal die betreffende Wikipedia-Passage in ganzer Länge:

„Es beginnt mit der Behauptung: „Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes. […] Es ist die Masse allein, in der der Mensch von seiner…

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Du schon wieder, Bundeswehr!

Weiter wie gewohnt? Natürlich, es ist am einfachsten und hat auch Tradition, sicher eine längere als die 65-jährige der Bundeswehr.

Des Wahnsinns Blog

Ein Kosmos der auf Autorität, Pflicht, Stolz und Kameradschaft höheren Wert legt, als auf Individualismus, Debattenkultur und Vegane-Erbsensuppe, hat es, alleine durch den konservatoristischen bis reaktionären Grundcharakter seiner selbst, schwer zu tun mit Vögeln aller hanebüchener Couleur, die – man will es kaum glauben – eine offene pluralistische Gesellschaft ablehnen und sich eher den Führerstaat, wenigstens aber ein rechtes Regime, erträumen.

Das ist ein einfacher Zusammenhang: Rechte Demokratiefeinde werden von der Bundeswehr angelockt, wie Motten durch nächtliche Funzeln. Das ist nicht per se ein Problem, wenn der Kosmos, in welche sich derartige Gestalten um sich selbst drehen, sich selbst feinst-sensibel von derartigen Strömungen befreien kann, ohne das ein Schaden entsteht. Doch leider:

Du, liebe Bundeswehr, schaffst das trauriger Weise nicht.

Das sind die rechten Umtriebe deiner KSK-Truppe, Offiziere an deinen Unis, die mit rechten Arbeiten dort glänzen und sich dann derart radikalisieren, dass sie mit einer Knarre in Österreich auffällig…

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Wir sind friedlich, #muc2912!

Widerstand hat Konjunktur.

Des Wahnsinns Blog

Das Querdenker-Demonstrationen kein Orte sind, wo die zivilisatorische Blüte unserer Tage offenkundig zu werden vermag, ist wohl nun auch den Letzten klar. Es versammeln sich die Bildungsresistenten, Bubblegefangenen und jene, die „das System“ schon immer total doof fanden, nur um ein weiteres Mal deutlich zu machen, dass sie dagegen sind. Wogegen? Das ist beinahe egal.

Hauptsache die eigene lebenslang angestaute Entrüstung kann endlich offen Ausgelebt werden. Das Ziel ist dabei der Startpunkt jeder Handlung. Die Intensität ist immer maximal. So dreht man sich kreischend im Kreis, lädt jeden – egal welcher geistigen Couleur – zur Party ein und geifert gemeinsam um die Wette. Dabei träumt man kollektiv eskalierend der festen Annahme nach, man würde sich in einer Art Résistance befinden. Alle sind im Widerstand.

Am Ende skandiert der geneigte Depp „Wir sind friedlich!“…

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Weich bleiben

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Uwe Lübbermann, der Moderator und Nicht-Geschäftsführer des Unternehmens „Premium Cola“ hat neulich auf Twitter einen ganz wunderbaren Tweet verfasst, den ich hier einmal aus Aufhänger für mich benutze, ein paar Fragen nach unserer Weichheit nachzugehen:

Ja, was wenn wir gar nicht hart werden wollen? Und wenn dieser Versuch, „nicht hart zu werden“ sehr viel sinnvoller ist als wir uns das oft klarmachen? Und wenn er als Vorsatz vielleicht auch gar nicht ganz so leicht umzusetzen ist?

Warum werden wir hart? – Im Grunde handelt es sich eine reine „Abwehr-Reaktion“: Wir wollen nicht verletzt werden. Vielleicht haben wir auch Angst vor unseren eigenen gewaltvollen Gegenreaktionen, die wir gerade dann an den Tag legen, wenn wir vorher „nicht hart genug geworden sind.“ Also: Hart-Werden…

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Menschliche Vielfalt (II)

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Anders als im ersten Teil geht es hier nicht um die menschliche Vielfalt zwischen uns, sondern um die menschliche Vielfalt in uns.

Die meisten von uns begnügen sich ab ihrem Eintritt ins Erwachsenenleben zwei bis drei fixe Rollen zu spielen. Und die dann auch noch stabil je nach sozialem Kontext (Familie, Freunde, Beruf, etc.). Und wir kaufen anderen auch gerne ihr Rollenspiel ab. Wir nehmen gern an, das, was uns jemand präsentiert, dieses wandelnde Klischee auf zwei Beinen, das „ist“ der andere auch. Entsprechend versuchen wir gar nicht mehr, andere Menschen jenseits der klischeehaften Rolle anzusprechen und anzutriggern, die sie uns präsentieren. Und bei manchen von uns geht das soweit, dass sie sich ihre eigene Rolle selber abkaufen: Sie vergessen, dass es mal eine Rolle war, die sie aus bestimmten Gründen mal angenommen hatten, weil das damals irgendwie vorteilhaft war. Die Maske, die sie aufgesetzt haben, ist ihnen…

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